Beim gleichmäßigen Ausdauertraining hältst du über eine zusammenhängende Einheit ungefähr dieselbe Anstrengung. Für den Einstieg beim Laufen eignet sich oft ein lockeres Tempo, bei dem du noch in ganzen Sätzen sprechen kannst. Du musst dafür keine bestimmte Geschwindigkeit oder Herzfrequenz treffen.

Ein Lauf kann sich trotz gleichbleibender Pace schwerer anfühlen: Hitze, Anstiege und Müdigkeit verändern die Belastung. Dann darfst du langsamer werden oder gehen. Weiter unten findest du eine erste Einheit und Hinweise, wann du einen Lauf besser beendest.

Was ist gleichmäßiges Ausdauertraining?

Es ist eine zusammenhängende Ausdauerbelastung mit ungefähr gleichbleibender Anstrengung. Beim Laufen ist das oft ein lockerer bis mäßig anstrengender Lauf ohne geplante schnelle Abschnitte und Erholungspausen. Zügiges Gehen, Radfahren oder Schwimmen können ebenfalls so trainiert werden.

„Gleichmäßig“ bezieht sich auf die Anstrengung, nicht auf eine feste Pace. Bergauf kannst du langsamer laufen und dich trotzdem ähnlich belasten wie auf ebener Strecke. Bei Hitze kann eine weitere Anpassung nötig sein. Hältst du trotz deutlich schwererer Atmung an deiner gewohnten Pace fest, wird aus einem lockeren Lauf womöglich eine harte Einheit.

Gleichmäßiges Training ist nicht automatisch Training in Herzfrequenzzone 2. Uhren und Trainingsmodelle setzen die Zonengrenzen unterschiedlich. Die Uhr kann dir einen zusätzlichen Hinweis geben, ist aber keine Voraussetzung für einen gleichmäßigen Lauf.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Halte eine Anstrengung, die du durchhalten kannst, statt einer bestimmten Pace hinterherzulaufen.
  • Bei einer lockeren bis mäßigen Einheit helfen Atmung und Sprechtest bei der Einschätzung.
  • Beginne mit einer Dauer, die du gut wiederholen kannst. Auch 20 Minuten Gehen oder Laufen können ein Einstieg sein.
  • Werde bei üblicher Mehrbelastung langsamer. Beende den Lauf bei ungewöhnlichen Beschwerden, besonders bei Atemproblemen.

Wie anstrengend sollte ein gleichmäßiger Lauf sein?

Wenn du locker Ausdauer aufbauen möchtest, wähle ein Tempo, bei dem du in ganzen Sätzen sprechen kannst. Laut dem Sprechtest der US-Gesundheitsbehörde CDC kannst du bei mäßiger Belastung sprechen, aber nicht singen. Bei hoher Belastung schaffst du nur wenige Worte, bevor du Luft holen musst. Ein besonders lockerer Lauf darf sich noch leichter anfühlen.

Prüfe deine Anstrengung auch etwa in der Mitte des Laufs. Sie kann steigen, obwohl die Pace gleich bleibt, besonders bergauf oder bei Hitze. Wenn du die Herzfrequenz misst, gleiche den Wert mit deinem Körpergefühl ab, statt eine Zahl aus einer allgemeinen Altersformel erzwingen zu wollen. Unser Beitrag über einen hohen Puls bei lockeren Läufen erklärt weitere Gründe für ungewöhnliche Uhrenwerte.

Was du bemerkstWas du bei diesem Lauf tun kannst
Du kannst in ganzen Sätzen sprechen und das Tempo fühlt sich gut wiederholbar anLaufe mit ungefähr derselben Anstrengung weiter.
Bergauf oder bei Hitze fällt das Sprechen schwererWerde langsamer oder gehe kurz. Kehre danach zu deinem lockeren Belastungsgefühl zurück.
Du schaffst wegen der Anstrengung nur wenige Worte am StückNimm Tempo heraus. Wenn du dich nach dem Verlangsamen rasch wieder normal fühlst, kannst du locker weiterlaufen oder gehen.
Du fühlst dich schon vor dem Start ungewöhnlich erschöpftVerkürze die Einheit, gehe spazieren oder ruhe dich aus. Denke an Schlaf, ausreichendes Essen und die letzten Trainingstage.
Du bekommst ungewöhnlich schlecht Luft oder hast andere WarnzeichenBeende den Lauf. Welche Beschwerden dringend medizinische Hilfe erfordern, steht weiter unten.

Ein Einstiegstraining mit gleichmäßiger Belastung

Wenn du bereits locker laufen kannst, probiere diese einfache Einheit:

  1. Gehe oder trabe fünf Minuten ganz ruhig.
  2. Laufe 15 bis 20 Minuten so, dass du in ganzen Sätzen sprechen kannst. Werde an Anstiegen bei Bedarf langsamer.
  3. Gehe oder trabe zum Abschluss fünf Minuten locker.

Insgesamt bist du damit etwa 25 bis 30 Minuten in Bewegung. Wenn du gerade erst mit dem Laufen beginnst, kannst du den Mittelteil stattdessen zügig gehen. Eine weitere Möglichkeit ist der Wechsel zwischen lockerem Laufen und Gehen, bis du dich für einen durchgehenden Lauf bereit fühlst.

Wenn du schon regelmäßig läufst, passen vielleicht 30 bis 40 Minuten im Gesprächstempo besser. Die Minutenangabe ist ein Beispiel und keine Prüfung. Wähle eine Dauer, von der du dich bis zum nächsten geplanten Lauf erholen kannst.

So prüfst du die Einheit: Konntest du im Mittelteil sprechen? Konntest du dein Tempo bei Bedarf anpassen? Könntest du eine ähnliche Einheit später in der Woche wiederholen? Wenn nicht, laufe beim nächsten Mal kürzer oder langsamer.

So passt das Training in deine Laufwoche

Für Neueinsteiger können drei gut wiederholbare Einheiten über die Woche verteilt ein praktikabler Anfang sein. Sie müssen weder gleich lang sein noch alle aus Laufen bestehen. Zum Beispiel:

TagEinheitZiel
Montag25 Minuten zügig gehen oder locker laufenEine angenehme Anstrengung finden.
Mittwoch25 Minuten zügig gehen oder locker laufenDieselbe Anstrengung wiederholen, ohne gegen die Uhr zu laufen.
Samstag30 Minuten gehen, Laufen und Gehen abwechseln oder durchgehend laufenEtwas länger in Bewegung bleiben, wenn du dich gut erholt hast.

Plane dazwischen Ruhe oder sehr leichte Bewegung ein. Wenn sich die Routine über mehrere Wochen gut anfühlt, kannst du eine Einheit etwas verlängern. Beobachte anschließend, wie du dich erholst. Erhöhe Dauer und Intensität nicht gleichzeitig.

Für die allgemeine Gesundheit empfiehlt die CDC Erwachsenen pro Woche 150 Minuten mäßig intensive oder 75 Minuten intensive Ausdaueraktivität, auch eine Mischung ist möglich. Hinzu kommen zwei Tage muskelkräftigende Aktivität. Das ist ein Wochenziel, auf das du hinarbeiten kannst, keine Mindestdauer von 30, 45 oder 60 Minuten für jeden Lauf. Ein lockerer Jogginglauf kann sich für eine Person mäßig und für eine andere intensiv anfühlen. Achte deshalb auf deine Atmung.

Gleichmäßiger Lauf oder Intervalle: Was passt besser?

Der Unterschied liegt im Verlauf der Anstrengung. Bei einem gleichmäßigen Lauf bleibt sie ungefähr konstant. Beim Intervalltraining wechseln sich geplante schnellere Abschnitte und ruhigere Erholungsphasen ab. Auch ein Wechsel zwischen lockerem Laufen und Gehen enthält Pausen, muss aber keine harte Intervalleinheit sein.

Dein aktuelles ZielEine passende WahlWarum
Eine Laufroutine oder Ausdauer aufbauenEin gut wiederholbarer Spaziergang oder lockerer LaufDu übst, länger am Stück in einer machbaren Intensität aktiv zu sein.
Für einen Wettkampf schneller laufen übenGeplante Intervalle an einem Tag, an dem du erholt bistDie schnellen Abschnitte erlauben eine Belastung, die du nicht so lange am Stück halten könntest.
Nach einer Pause wieder mit dem Laufen beginnenLocker zwischen Laufen und Gehen wechseln, sofern es für dich passtDie Gehpausen helfen, die Laufzeit zu steuern.
Nach einer harten Einheit müde seinRuhe oder wirklich leichte BewegungEine weitere harte Einheit kann die Erholung erschweren.

Auch die verfügbare Zeit spielt eine Rolle. Eine kürzere Intervalleinheit kann zu einem bestimmten Trainingsziel passen, ihre schnellen Abschnitte können aber mehr Erholung verlangen. Ein gleichmäßiger Lauf darf kurz oder lang sein. Wähle nach Ziel, Fitness und Tagesform, und plane harte Tage bewusst. Wenn sich deine Beine auch bei lockeren Läufen schwer anfühlen, hilft dir unser Beitrag über schwere Beine beim Laufen, das letzte Training und die Erholung zu prüfen.

Vorteile und Grenzen gleichmäßiger Ausdauerbelastung

Regelmäßige Ausdaueraktivität unterstützt die Herz-Kreislauf-Gesundheit und die Ausdauer. Gleichmäßige Einheiten helfen dir, regelmäßig in Bewegung zu kommen und ein Gefühl für lockeres Tempo zu entwickeln. Ein mögliches Fortschrittszeichen: Eine vertraute Strecke fühlt sich bei ähnlicher Anstrengung mit der Zeit leichter an. Die Pace schwankt trotzdem mit Wetter, Strecke und Tagesform.

Gleichmäßiges Laufen garantiert keine Gewichtsabnahme. Härtere Intervalle sind dafür auch nicht automatisch überlegen. Eine systematische Übersichtsarbeit zu Intervallen und mäßig intensivem, kontinuierlichem Training fand in den einbezogenen Studien keinen klaren Vorteil einer der beiden Formen für die Körperzusammensetzung. Ausreichend zu essen bleibt für Training und Erholung wichtig. Ein lockerer Lauf sollte keine Strafe für eine Mahlzeit sein.

Mehr Umfang ist nicht immer der richtige nächste Schritt. Wenn Erholung oder Freude am Laufen leiden, verkürze eine Einheit oder nimm einen Ruhetag. Eine machbare Routine bringt dir mehr als der Versuch, jeden Lauf zu verlängern.

Wann solltest du langsamer werden oder aufhören?

Wenn du bergauf oder bei Hitze stärker atmest, werde langsamer oder gehe ein Stück. Lässt die Anstrengung dabei nach und fühlst du dich sonst gut, kannst du in einem leichteren Tempo weitermachen. Beende den Lauf, wenn du plötzlich oder ungewöhnlich schlecht Luft bekommst, dir schwindelig wird oder du einen unregelmäßigen Herzschlag mit Beschwerden bemerkst. Lass solche Beschwerden zeitnah medizinisch abklären. Bei starker Atemnot, Druck oder Schmerzen in der Brust rufe sofort den Notruf: in Deutschland die 112, andernorts die örtliche Notrufnummer. Das Bundesgesundheitsportal erklärt die Notrufnummer und Warnzeichen.

Wenn du eine Herzkrankheit oder eine andere chronische Erkrankung hast, nach Krankheit oder Verletzung wieder einsteigst oder deine Belastung begrenzen sollst, besprich deinen Einstieg mit medizinischem Fachpersonal. Ein allgemeiner Trainingsvorschlag kann deine sichere Belastung nicht festlegen.

Wähle für deinen nächsten Lauf eine lockere Dauer, prüfe den Sprechtest und erlaube dir, an Anstiegen langsamer zu werden. So bleibt die Anstrengung gleichmäßig.

Häufige Fragen

Muss gleichmäßiges Ausdauertraining in Herzfrequenzzone 2 stattfinden?

Nein. „Gleichmäßig“ beschreibt eine zusammenhängende Belastung mit ungefähr konstantem Aufwand. Zone 2 bezeichnet einen Herzfrequenzbereich, dessen Grenzen je nach System unterschiedlich sind. Ein Lauf im Gesprächstempo kann sinnvoll sein, ohne dass du eine bestimmte Zahl auf der Uhr halten musst.

Zählt Gehen als gleichmäßiges Ausdauertraining?

Ja. Zügiges Gehen mit ungefähr gleichbleibender Anstrengung ist gleichmäßiges Ausdauertraining. Ob es sich für dich leicht oder mäßig anfühlt, hängt von deiner Fitness ab. Der Sprechtest hilft bei der Einschätzung.

Was mache ich, wenn mein Puls trotz gleichbleibender Pace steigt?

Werde langsamer und achte darauf, wie du dich fühlst. Hitze, Anstiege und Müdigkeit können dieselbe Pace anstrengender machen. Wenn du dich wohlfühlst und weiter sprechen kannst, bleibe bei einem leichteren Tempo. Bei ungewöhnlicher Atemnot, Schwindel oder einem unregelmäßigen Herzschlag mit Beschwerden beende den Lauf und hole medizinischen Rat ein. Bei starker Atemnot oder Brustschmerzen rufe den Notruf.

Reichen 20 Minuten für den Anfang?

Ja. Ein 20-minütiger Spaziergang oder Lauf ist ein sinnvoller Einstieg, wenn er zu deiner aktuellen Fitness passt. Baue zuerst eine wiederholbare Routine auf. Danach kannst du die Dauer langsam steigern, wenn du dich gut erholst.

Sollte ich jeden Tag gleichmäßig trainieren?

Das hängt von der Aktivität, deinem Trainingsumfang und deiner Erholung ab. Gehen passt oft an mehr Tagen als Laufen, das den Bewegungsapparat stärker belastet. Plane Ruhe oder besonders leichte Tage ein, wenn du sie brauchst, vor allem nach harten Einheiten.

Können lockere Dauerläufe Intervalle ersetzen?

Für viele allgemeine Fitnessziele können sie reichen. Wenn du gezielt schneller laufen möchtest, erfüllen Intervalle jedoch einen anderen Zweck. Sie können sinnvoll sein, sobald du eine stabile Routine hast und dich ausreichend erholen kannst.

Wann sollte ich einen lockeren Lauf abbrechen?

Beende den Lauf, wenn du plötzlich oder ungewöhnlich schlecht Luft bekommst, dir schwindelig wird oder du einen unregelmäßigen Herzschlag mit Beschwerden bemerkst. Lass das zeitnah medizinisch abklären. Bei starker Atemnot, Druck oder Schmerzen in der Brust rufe sofort den Notruf: in Deutschland die 112, andernorts die örtliche Notrufnummer. Wird nur die geplante lockere Anstrengung zu hoch, werde langsamer oder gehe ein Stück.

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Alex Roven
Alex Roven

Meinen ersten 10-km-Lauf bin ich aus einer Wette heraus angegangen. Ein Jahr später lief ich einen Halbmarathon, ein weiteres Jahr danach meinen ersten Marathon. Heute laufe ich vier Marathons im Jahr und jede Woche einen Halbmarathon. Alles rund ums Laufen habe ich mir auf die harte Tour selbst beigebracht – deshalb helfe ich anderen Läufern dabei, leichter bessere Ergebnisse zu erzielen.